Aus dem Textarchiv - wegen dem Sommer und dem Kleid
An jenem Abend trug ich das schwarze Kleid und sah mir die Bilder an. Darauf abgebildet Ameisen, Ratten, Röhren, wilde Kritzeleien. Das Kleid hast du mir einmal ausgezogen, ganz langsam. Du hast hinter mich gegriffen und den Reißverschluss hinuntergezogen bis zum Steißbein. Wir hatten uns Wochen nicht gesehen, meine Beine waren verbrannt von der griechischen Sonne, wir haben uns Nachrichten aufs Handy geschickt, jeden Tag. Trotzdem hast du den Reißverschluss langsam hinuntergezogen, ohne Eile und ohne meinen Rücken dabei zu berühren.
Bei den Ameisen muss ich an Sommer denken, an nackte, braun gebrannte Beine, lackierte Zehennägel im Gras und hektische Hände. Sie sind riesig auf diese Tische gemalt, ich wünsche mir so einen fürs Esszimmer, mit einer Riesenameise.
Als ich nach Hause kam, zerschnitt ich das Kleid mit der Nagelschere. Ich habe es im Hinterhof verscharrt. Darüber lockern die Ameisen die Erde.
Bei den Ameisen muss ich an Sommer denken, an nackte, braun gebrannte Beine, lackierte Zehennägel im Gras und hektische Hände. Sie sind riesig auf diese Tische gemalt, ich wünsche mir so einen fürs Esszimmer, mit einer Riesenameise.
Als ich nach Hause kam, zerschnitt ich das Kleid mit der Nagelschere. Ich habe es im Hinterhof verscharrt. Darüber lockern die Ameisen die Erde.
diekolumnistin - 14. Mai, 08:41




