Geträumtes

18
Apr
2009

Traumurlaub

Ich habe von flirrender, heißer Luft geträumt. Vom Geruch nach verbranntem Holz und heißem Asphalt. Von safranfarbenem Staub auf dem Boden und der purpurnen Sonne knapp über dem Horizont. Es wird höchste Zeit, dass ich endlich wieder Afrika-Reisepläne mache.

7
Mrz
2009

Lieber Herr Unbekannt! Liebe Frau Unbekannt!

Sie wollten mich beschenken. Sie haben dieses Teil von meinem Amazon-Wunschzettel geholt und es sich dann offensichtlich anders überlegt. Ich hatte mich bereits auf das Paket gefreut, aber es kam nicht. Das ist nicht so schlimm. Ich hab es einfach wieder auf den Wunschzettel geschoben und wünsche weiter.
Trotzdem möchte ich, dass Sie wissen, welch eklatante Auswirkungen Ihr Handeln auf mich hatte. Sie haben mir nämlich den schlimmsten Albtraum beschert, an den ich mich erinnern kann:
Ich lag in meinem Bett und schlief. Plötzlich wachte ich auf und hörte Schritte im Treppenhaus und dass jemand etwas vor meiner Wohnungstür ablegt. Ich dachte es wäre Alfred, der mir meine Pakete immer raufbringt und freute mich. Ich stand auf, schlich in den Vorraum und öffnete die Tür. Als ich mich bücken wollte, um mein Geschenk in Empfang zu nehmen, wurde ich plötzlich in die Wohnung zurückgedrängt. Ein Mann packte mich fest am Arm und hielt mir den Mund zu. Ich wehrte mich. Ich hatte Herzklopfen, Panik. Ich kämpfte. Nach ein paar Sekunden wilden Gerangels (der Kleiderständer fiel um), schaffte ich es, mich zu befreien.
Ich schrie, so laut ich konnte.

Was dann passiert ist? Ich bin von meinem eigenen Schrei aufgewacht. Und das alles nur wegen Ihres Nicht-Geschenks. Manchmal haben kleine Handlungen eben größere Auswirkungen, als man meint.

Aber keine Sorge: Ich mache jetzt ein bisschen Yoga for Chickens, dann geht das wieder.
Das nächste Mal wäre ich aber froh, wenn Sie sich vorher gut überlegen würden, ob Sie mich wirklich beschenken wollen oder nicht.

Mit lieben Grüßen,
diekolumnistin

7
Feb
2009

Astrologische Träume

Ich stolpere beim Zappen ab und an über Astro-TV. Dort sitzen Berater mit ihren Kristallkugeln, Tarotkarten oder Pendeln, um den (meist weiblichen) Anrufern die wichtigen Fragen des Lebens zu beantworten, wie zum Beispiel Wird sich mein Herzensmann bei mir melden? Wann gehe ich wieder in eine fixe Beziehung? Wird sich meine finanzielle Situation verbessern?

Letzte Nacht im Traum war ich eine dieser Anruferinnen. Hier für euch die Kurzfassung:

Astroschwindler: Halloooooo, hier ist Michael. Mit wem spreche ich?
diekolumnistin: Ich bin Emmi.
AS: Hallo Emmi! Was kann ich für dich tun?
dk: Also ich hab da einen Mann in meinem Kopf ....

Michael legt schon die Tarotkarten


dk: ... und ich möchte wissen, wann der da wieder rausgeht.
AS (schaut verzweifelt): Meine Karten sagen, du hast keinen Mann im Kopf!
dk: Klar, er heißt Leo. Und ich rede immer mit ihm.
AS: Und was sagt er dann?
dk: Nichts, er beantwortet meine Fragen nicht. Deswegen will ich ja einen anderen!
AS: Emmi, was machst du beruflich?
dk: Ich bin blind.
AS: Das ist doch kein Beruf! Ich sehe nämlich eine berufliche Veränderung.
dk (freudig überrascht): Werde ich wieder sehen können??
AS: Emmi, das ist eine Gesundheitsfrage. Die darf ich dir nicht beantworten!
dk: Na gut, was ist jetzt mit dem Mann in meinem Kopf?
AS: Ich sehe, dass du in den nächsten drei Monaten in eine feste Partnerschaft gehen wirst.
dk: In Echt? Die große Liebe?
AS (nickt überzeugt): Die ganz große.
dk: Hat er eine Nase?
AS (etwas verzweifelt): Warum sollte er keine haben???
dk: Weil er sie sich beim Heimwerken aus Versehen abgeflext hat. Kann ja passieren, sowas.
AS (seufzt): Er hat eine Nase.
dk: Wo geht Leo dann hin?
AS (resigniert): Emmi, die Zeit ist leider vorbei. Wähl dich doch einfach nochmal an ein. Für nur 50 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz. Tschüüüüüüüüüüüüüüüß.

So, ihr lieben Traumdeuter, jetzt seid ihr dran. Dass ich zu viel fernsehe, weiß ich selbst. Und dass ich als Letztes Bernhard Aichners "Schnee kommt" und als Vorletztes Daniel Glattauers "Alle sieben Wellen" gelesen habe, auch.

26
Dez
2008

Geistesblitz

Heute dachte ich kurz, dass es eigentlich total blöd ist, dass ich hier in den kalten Bergen sitze, wo es doch in Uganda so viel schöner ist: Berggorillas, vielfältige Flora und Fauna, die Bantu, der Viktoriasee, der Margherita Peak, der Queen Elizabeth National Park, mein Patenkind.
Der zweite Gedanke war: Warum sollte ich 2009 nicht Weihnachten und Silvester dort verbringen?
Ich hab ja jetzt ein gutes halbes Jahr Zeit, um den Plan reifen zu lassen - und die Geschichte meiner Mutter schonend beizubringen.

27
Nov
2008

Liebes Christkind!

Ich habe mir selbst zu Weihnachten dieses Fitnessstudio-Abo geschenkt. Das Dumme ist nur, dass mein Ipod shuffle nicht in die Halterungen bei den Laufbändern und Crosstrainern passt. Deswegen muss ich mir wohl oder übel in den nächsten Tagen einen Ipod nano kaufen.
Dann ist mein Selbstbeschenkungsbudget dummerweise ausgelastet. Deswegen hätte ich noch ein paar klitzkleine Wünsche, die du mir bitte erfüllen mögest:

- ein Wellnesswochenende mit einer Freundin in einem möglichst schicken Hotel. Ich dachte da an ein 4-Stern-superior oder so.

- Ich hätte auch gern ein Pop-art-Bild von mir

- Ich hab beim Aufstehen morgens auf dem Parkett immer so kalte Füße. Wie wär's mit dem da zum Vors-Bett-Legen?

- Irgendwie hab ich auch das unbestimmte Gefühl, dass ich neue Langlaufskier will - das ist doch auch noch drin, gell?

- Und die schicken Stiefeletten, die ich kürzlich in meinem Lieblingsschuhladen gesehen habe .....

- und last and least: Wenn du für Sarah Connor, Madonna und Veronica Ferres neue Kerle gefunden hast, würd ich mir gern die Ausschussware ansehen.


Vielen Dank
Deine Kolumnistin

17
Okt
2008

Die Vergangenheit holt einen immer wieder ein

Ich habe geträumt, dass ich bei McDonalds bin und nicht weiß, was ich essen soll. Chicken McNuggets mit Sourcream-Dip? Ein Happymeal mit Cheeseburger? Doch lieber einen Salat? Während ich so überlegte, sah mich ein Mann in Jeans und T-Shirt böse an. "Wollen Sie sich nicht ein bisschen beeilen?", fragte er ungeduldig.
Da fiel mir auf, dass ich ja gar nicht VOR, sondern hinter der Theke stehe. Ich trug dunkelblaue Cargohosen und ein weiß-blau kariertes Hemd mit Namenschild. Ich bediente ihn und wunderte mich dabei, dass ich auf Anhieb die richtigen Tasten auf der Kasse fand. Aber klar, das war ja nichts Neues - immerhin hab ich das ja eine Zeit lang gemacht, auch wenn's schon lange her ist.

Als ich schweißgebadet aufwachte, stellte ich erleichtert fest, dass ich in mein jetziges Leben zurückgekehrt war, keine Burger für 68 Schilling brutto in der Stunde verkaufen muss, sondern einen Job habe, bei dem ich nicht um Erlaubnis bitten muss, wenn ich auf die Toilette will.

Dieser Job ist sogar schon so lange her, dass sich außer mir kaum einer mehr dran erinnern kann.

30
Jul
2008

In meinen Träumen kommen Schraubenzieher vor. Ich glaube, ich sollte mal wieder zum See fahren.

Ich habe letzte Nacht geträumt, dass ich auf einer roten Decke unter einem Baum liege. Neben mir lag ein Mann auf dem Bauch, er hatte das rechte Bein angewinkelt, war leicht zur Seite gedreht und schlief. Ich habe ihn beobachtet, ziemlich lang. Und irgendwann hab ich mit meiner neuen Kamera ein Foto gemacht.
Wenig später stand er nur in Pantys in meinem Schlafzimmer. Mit einem Schraubenzieher in der Hand, aber ich habe mich nicht gefürchtet. Ich weiß nicht, ob ein Zusammenhang dazu besteht, dass seit heute meine Lampe im Vorraum wieder funktioniert.
In meinem Traum beobachteten wir auch ein Gewitter, sahen zu, wie hunderte Blitze in den Himmel fuhren.
"Da triffst du einen wunden Punkt", sagte er zu mir. Ich habe keine Ahnung, was er gemeint hat.

19
Jul
2008

Träume sind Träume, keine Schäume

Wenn die Realität grad nicht gut genug ist, träumt man sich einfach weg. Ich sitze gedanklich also da, lese die Zeit und trinke Orangen-Karotten-Saft mit ein wenig Distelöl.
Ich träume generell viel im Moment: von einem Haus mit Garten. Ich würde mir einen Liebestuhl Liegestuhl aufstellen - mit blau-weiß gestreiften Bezügen, Tomaten anpflanzen und ein wenig Basilikum.
Ich überlege auch, im September eine Woche ganz mit mir allein auf eine griechische Insel zu fahren. Oder nach Mosambik auszuwandern.
Zu blöd, dass die Realität immer noch real ist.
Ich packe jetzt meinen Bikini und träume am See weiter.

5
Jul
2008

...

"Habt ihr was zu feiern?"
"Wir feiern, dass wir uns vor zwei Jahren getrennt haben."

Grappa aufs Haus, Spaghetti mit Lachs, Weißwein, Müdigkeit, PMS, Fair-trade-Kaffee. Julia im ersten Stock, Romeo bekommt kein Taxi. "Rapunzel, Rapunzel." Betrunkene SMS, Martini bianco mit viel Eis. Wimperntusche auf den Kontaktlinsen. "Du darfst dir nicht so viel von meiner Welt nehmen." Clara Luzia kommt aus den Boxen.
Geträumt, dass ich traumlos schlafe.

29
Jun
2008

Im Regen

Ich verließ eben die Redaktion (es stand noch 0:0), als es plötzlich in dicken Tropfen anfing zu regnen. Ich trug ein T-Shirt (weiß), einen Leinenrock (beige) und Flip-Flops (aus Bast). Ich lief nicht, weil es sinnlos war, sondern spazierte durch den Regen nach Hause.
Ich war völlig durchnässt, als plötzlich ein Mann neben mir stand - mit einem Schirm, der groß genug war für zwei. "Wo wohnst du? Ich begleite dich ein Stück." Er nahm mich unter seinen Schirm, wir gingen schweigend und hörten dem Gewitter zu. Blitze zuckten über den Himmel und Donner grollte bedrohlich.
Vor meiner Haustüre wünschte ich mir kurz, der Fremde würde mit raufkommen, mich trocken rubbeln, mir Tee kochen und mich "Liebste" nennen.
Er lüftete seinen Hut, bevor er sich umdrehte und durch den Regen davonging.

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