Sie wollten mich beschenken. Sie haben
dieses Teil von meinem Amazon-Wunschzettel geholt und es sich dann offensichtlich anders überlegt. Ich hatte mich bereits auf das Paket gefreut, aber es kam nicht. Das ist nicht so schlimm. Ich hab es einfach wieder auf den Wunschzettel geschoben und wünsche weiter.
Trotzdem möchte ich, dass Sie wissen, welch eklatante Auswirkungen Ihr Handeln auf mich hatte. Sie haben mir nämlich den schlimmsten Albtraum beschert, an den ich mich erinnern kann:
Ich lag in meinem Bett und schlief. Plötzlich wachte ich auf und hörte Schritte im Treppenhaus und dass jemand etwas vor meiner Wohnungstür ablegt. Ich dachte es wäre
Alfred, der mir meine Pakete immer raufbringt und freute mich. Ich stand auf, schlich in den Vorraum und öffnete die Tür. Als ich mich bücken wollte, um mein Geschenk in Empfang zu nehmen, wurde ich plötzlich in die Wohnung zurückgedrängt. Ein Mann packte mich fest am Arm und hielt mir den Mund zu. Ich wehrte mich. Ich hatte Herzklopfen, Panik. Ich kämpfte. Nach ein paar Sekunden wilden Gerangels (der Kleiderständer fiel um), schaffte ich es, mich zu befreien.
Ich schrie, so laut ich konnte.
Was dann passiert ist? Ich bin von meinem eigenen Schrei aufgewacht. Und das alles nur wegen Ihres Nicht-Geschenks. Manchmal haben kleine Handlungen eben größere Auswirkungen, als man meint.
Aber keine Sorge: Ich mache jetzt ein bisschen
Yoga for Chickens, dann geht das wieder.
Das nächste Mal wäre ich aber froh, wenn Sie sich vorher gut überlegen würden, ob Sie mich wirklich beschenken wollen oder nicht.
Mit lieben Grüßen,
diekolumnistin