Man weiß, dass man in einer 8.30-Uhr-Vorlesung der geisteswissenschaftlichen Fakultät sitzt, wenn der Professor auf ein klingelndes Handy mit folgenden Worten reagiert: "Wer ruft denn so früh schon an?"
Ist ja nicht so, dass ich meine Dissertation schon wieder vergessen hätte, ganz im Gegenteil. Da ich ja ein Arbeitsjournal brauche und euch nicht total langweilen will, hab ich ein Arbeitsblog angelegt. Dort gibt's das fachliche Zeugs, die netten Uni-Geschichten werden aber weiterhin hier stehen.
Früher war's mal so, dass die Vorlesung immer eine Viertelstunde später beginnt, wenn im Vorlesungsverzeichnis neben der Uhrzeit kein s.t. steht. Das hat sich geändert.
Außerdem sind die Sessel seit Neuestem gepolstert, was nicht nur Vorteile hat: Einschlafgefahr groß, draufklopfen am Ende des Vortrags kann man auch nicht mehr.
Im Hörsaal ist Essen und Trinken verboten. Ich habe mich für meinen Pappkaffeebecher geschämt.
Dafür gibt's jetzt Beamer und Internetanschluss, deswegen sah ich heute (nicht "just for fun", sondern zu wissenschaftlichen Zwecken) das da:
Der Doktorpapa und ich waren heute leidenschaftlich.
Wir machen gemeinsam ein Baby. Heißen soll es, bis zur Geburt zumindest, "Möglichkeiten für die Rezeptionsforschung durch das Medium Internet". Wir werden noch einen schöneren Namen finden.
Und wie es immer ist, müssen die Frauen natürlich mehr tun als die Männer. Deswegen gehört es dann mir allein.